Andrzej Steinbach

Mögliche Ordnung
  • Ohne Titel, aus: Mögliche Ordnung, 2022, Titelstrahldruck, 26 × 39 cm
  • Ohne Titel, aus: Mögliche Ordnung, 2022, Titelstrahldruck, 26 × 39 cm
  • Ohne Titel, aus: Mögliche Ordnung, 2022, Titelstrahldruck, 26 × 39 cm
  • Ohne Titel, aus: Mögliche Ordnung, 2022, Titelstrahldruck, 26 × 39 cm
  • Ohne Titel, aus: Mögliche Ordnung, 2022, Titelstrahldruck, 26 × 39 cm
  • Ohne Titel, aus: Mögliche Ordnung, 2022, Titelstrahldruck, 26 × 39 cm

Andrzej Steinbach war bereits mit der Arbeit Mögliche Ordnung beschäftigt, als die Anfrage zu ocular witness: SCHWEINEBEWUSSTSEIN an ihn erging. Als mögliche Ordnungen lesen sich viele seiner bisherigen Bildzyklen. Motivvariationen laden zum Vergleich. In ihren Zwischenräumen generieren sich Fragen nach möglicher Lesbarkeit und Sinnhaftigkeiten, nach den Konstruktionen individueller und kollektiver Identitäten. Auch diese 21 Fotografien lassen sich als Fortsetzung der Auseinandersetzung Andrzej Steinbachs mit dem Porträt lesen. Es ließe sich fragen, wie wir uns definieren über das, was wir zu uns nehmen: ob wir uns regionalen Traditionen verbunden fühlen, mit wem oder was wir uns gemein machen, in welche Werte- und Verwertungssysteme wir uns mit unserem Konsum einordnen. Es sind Fragestellungen, mit denen wir in Konkurrenz treten zu den Rechenoperationen jener Algorithmen, die unser Konsumverhalten auswerten und beeinflussen.

Aber auch die Supermarktwaren selbst – »Brot, Milch, Produkte, deren Namen auf Regionen und Städte verweisen, Bio-Obst und -Gemüse, Zahnpasta und Mineralwasser« – treten auf wie Porträts oder wie Schauspieler: innen auf einer Bühne, wie Architekturen der Warenwelt oder wie jene Gefäße, in deren Ordnungen der Maler Giorgio Morandi (1890–1964) einst metaphysische Welten fand. Ebenso gut lassen sich die 21 Konstellationen als Einladungen zu Momenten gemeinsamen Speisens lesen, zu »Gastmahlen der Liebe«, in denen, frei nach Platon, die Erotik des Speisens in analytischer Nüchternheit immer wieder neu verhandelt wird.

Biografie

*1983, Czarnkow, PL; lebt in Berlin

• 2005–2013 Studium der Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig • 2015–2017 Meisterschüler bei Heidi Specker

A 2022 Verschont mein Haus, zündet andere an, Kunsthalle Osnabrück (E); Modelle und Verfahren, Kunstverein in Hamburg (E); Tanz die Maschine, Museum Gunzenhauser, Chemnitz (E) • 2021 Beat the System, Ludwig Forum, Aachen • 2020 No true self, Centre for Contemporary Photography, Melbourne • 2019 Last Train to Cool, KV Leipzig (E); Klassenverhältnisse – Phantoms of Perception, Kunstverein in Hamburg • 2018 Äußere Unordnung, Coalmine, Winterthur (E); Being: New Photography 2018, Museum of Modern Art, New York; Zerrissene Gesellschaft. Ereignisse von langer Dauer, Centre de la Photographie Genève

P Modelle und Verfahren, Leipzig 2023 • Mögliche Ordnung, Leipzig 2022 • Der Apparat, Leipzig 2019 • Gesellschaft beginnt mit drei, Leipzig 2017 • Ultrablack of Music (mit Achim Szepanski), Leipzig 2017 • Ordinary Stones, Paris 2016 • Figur I, Figur II, Leipzig 2015